Public Eye Awards

Unverantwortliche Geschäftspraktiken im Scheinwerferlicht!

Über 60‘000 Menschen haben ihre Stimme abgegeben und das Ergebnis ist eindeutig: Chevron gewinnt den Public Eye Lifetime Award.

Der Public Eye Lifetime Award geht an…

Chevron erhielt bereits 2006 den Public Eye Jury Award in der Kategorie Umwelt für die Verschmutzung grosser Teile noch unberührten Urwalds im Norden Ecuadors. Bis heute weist das Unternehmen jegliche Verantwortung für eine der wohl schlimmsten Umweltkatastrophen überhaupt von sich. Trotz eines mehr als zwanzig Jahre dauernden Rechtsstreits konnte sich Chevron bis anhin jeglicher Bestrafung entziehen. Der Chevron-Fall zeigt auf, wie transnationale Unternehmen nicht nur die Anstrengungen der Betroffenen gefährden, sondern auch das Recht auf Wiedergutmachung jener Menschen untergraben, deren Menschenrechte durch transnationale Unternehmen verletzt werden.

Link zum vollständigen Fall.

Public Eye Lifetime Award

Das Public Eye warf 15 Jahre lang einen kritischen Blick auf die Geschäftspraktiken von Unternehmen und bot zivilgesellschaftlichen Organisationen eine Plattform, um die Verletzung von Menschen- und Arbeitsrechten sowie Umweltzerstörung und Korruption öffentlich und medienwirksam anzuprangern.

Nach 15 Jahren Public Eye und 10 Preisverleihungen haben wir Bilanz gezogen und 2015 den ultimativen Schmähpreis, den Public Eye Lifetime Award, vergeben. Aus der Hall of Shame, in der alle Gewinner der letzten zehn Jahre verewigt sind, hatte die Fachjury die Shortlist für diese letzte Online-Abstimmung zusammengestellt. Vom 19. November 2014 bis 22. Januar 2015 haben über 60‘000 Menschen weltweit für ihren Favoriten im Rennen um den renommierten Schmähpreis, den Public Eye Award, abgestimmt.

Medienkonferenz und Abschlussveranstaltung

Am Freitag, 23. Januar 2015 fand in Davos die Public Eye Lifetime Award Medienkonferenz und Abschlussveranstaltung statt. Im Hotel Montana trafen sich über 100 Interessierte, Medienschaffende und befreundete NGOs, um die letzte Verleihung des ultimativen Schmähpreises und den Abschied aus Davos mitzuerleben. Die legendären US-Aktivisten «The Yes Men» führten in einer Weltexklusive ihr «Requiem auf das WEF» auf, gefolgt von der Retrospektive des deutschen Europaparlamentariers Sven Giegold über die letzten 15 Jahre Globalisierungskritik. An der anschliessenden Podiumsdiskussion diskutierten die Keynote Speaker mit Arbeitsrechtsaktivistin Anannya Bhattacharjee, WEF Kommunikationschef Adrian Monck und Andreas Missbach, Geschäftsleitungsmitglied der EvB über die Zukunft der Globalisierungskritik.

 Ausführliche Berichterstattung zur Veranstaltung finden sie hier.

Und so geht es weiter

Die Public Eye Awards hatten das übergeordnete Ziel, zu mehr sozialer und ökologischer Gerechtigkeit beizutragen. Sie zeigten die Notwendigkeit wirksamer und rechtlich verbindlicher Massnahmen für mehr Unternehmensverantwortung auf. Dieses Ziel wird nun auf allen politischen Ebenen weiterverfolgt. Der neu gegründete Verein Konzernverantwortungsinitiative plant die Lancierung einer Volksinitiative. Diese hat zum Ziel, dass Unternehmen mit Sitz in der Schweiz Menschenrechte und Umweltstandards auch bei ihren Aktivitäten im Ausland respektieren. Der breit abgestützte Verein, in dem sich auch die Erklärung von Bern und Greenpeace Schweiz aktiv engagieren, besteht aus rund 50 Hilfswerken, Frauen-, Menschenrechts- und Umweltorganisationen kirchlichen und gewerkschaftlichen Vereinigungen sowie Aktionärsverbänden

Das waren die Nominierten für den Public Eye Lifetime Award

Gazprom

Gazprom Pictures (2)

Gazprom erhielt 2014 den Public Eye People’s Award für ihre Pläne, in der Arktis nach Öl zu bohren.

Chevron

4_MG_4315

Chevron erhielt 2006 den Public Eye Jury Award in der Kategorie Umwelt für die Verschmutzung grosser Teile noch unberührten Urwalds im Norden Ecuadors.

Goldman Sachs

1_Goldman Sachs_Headquater_NY_Manhattan

2013 erhielt Goldman Sachs den Public Eye Jury Award für ihren Beitrag an die Eurokrise.

Walmart

1_Bville action

Walmart erhielt 2005 den Public Eye Jury Award in der Kategorie Arbeitsrechte für die Missachtung von Menschen- und Arbeitsrechten entlang ihrer Wertschöpfungskette in Ländern wie Lesotho, Kenia oder Thailand.

Dow Chemical

2_Union_Carbide_368

2005 erhielt Dow Chemical den Public Eye Jury Award in der Kategorie Menschenrechte für den Versuch, jede nur erdenkliche Lücke zu nutzen, um sich aus der Verantwortung für die Bhopal-Katastrophe zu stehlen.

Glencore

7_Zambie part2 192_Gallet

2008 erhielt Glencore den Public Eye Jury Award für ihre unverantwortlichen und intransparenten Geschäftspraktiken in Kolumbien.